Um zu verstehen, was ein Caller macht, muss man zunächst verstehen wie Square Dance funktioniert.
Square Dance ist ein Tanz auf Ansage der mit beliebig vielen “Squares” bestehend aus jeweils 4 Paaren, die in einem Quadrat aufgestellt sind, getanzt wird. Anders als bei den meisten anderen Tänzern lernen die Tänzer keine Choreographie auswending. Stattdessen kennen sie eine bestimmte Menge an Tanzfiguren, die alle einen Namen haben. Die Tänzer wissen also, was sie tun müssen, wenn sie den Namen einer Figur hören. Damit alleine können sie aber noch nicht tanzen – hier kommt der Caller ins Spiel.
Die Aufgabe des Callers ist es, den Tänzern die Figuren anzusagen. Der Caller achtet dabei darauf, die Figuren so zu kombinieren, dass ein angenehmer Tanzfluss entsteht. Da insgesamt 8 Leute in einem Square miteinander tanzen trägt der Caller auch dafür Sorge, jeden Tänzer wieder seinem Partner “zuzuspielen”. Dem Caller stehen, je nach Tanzprogramm, 70 bis hin zu mehreren 100 Figuren zur Verfügung.
Das Ansagen der Figuren erfolgt zu Musik aus verschiedensten Richtungen. Die Repertoires, klassischerweise mit Country- und Western-Musik bestückt (die auch immer wieder mit Square Dance spontan in Verbindung gebracht wird), wurden zwischenzeitlich durch verschiedenste andere Genres erweitert. Sogar topaktuelle Musik wird verwendet.
Eine normale Tanzrunde besteht aus zwei Teilen:
Der erste Teil ist so genannter “Patter Call” (von engl patter = “Geplapper”). Hier wird zu einem Musikstück mit möglichst deutlichem Beat, aber meist dezenter Melodie getanzt. Die Musik hat dabei kein bestimmtes Schema, so dass der Caller Figuren ansagen kann so lange wie er möchte. Dies ermöglicht auch komplexere Choreographien, die eine gewisse Zeit benötigen. Ein Patter Call dauert meistens 6-9 Minuten, kann aber auch wesentlich länger dauern, wenn z.B. eine neue Figur erklärt wird.
Den zweite Teil nennt man “Singing Call”. Hierfür wurde ein “normales” Lied speziell für Square Dance Anforderungen arrangiert und produziert, da der Singing Call einen bestimmten Aufbau erfordert. Trotzdem bleibt meist klar erkennbar, welches Original hinter dem Titel steckt. Beim Singing Call sagt der Caller nicht nur die Figuren an, sondern singt diese in einer Kombination mit dem Originaltext des Liedes. Längere Figuren, die z.B. 32 Beats dauern, ermöglichen es dem Caller, mehrere Zeilen des Originaltextes zu singen, während die Tänzer die Figur tanzen.
Eine weitere Aufgabe des Callers ist die Ausbildung von neuen Tänzern. Hierbei bringt er neuen Tänzern innerhalb einer meist 9-monatigen “Class” die ca. 70 Figuren des Mainstream-Tanzprogrammes bei. Hat man diese Class mit der “Graduation” beendet kann man überall auf der Welt tanzen – die Tanzprogramme sind standardisiert, so dass man auch bei einem Urlaub in Schweden, Amerika, Canada und vielen anderen Ländern mittanzen kann – sogar in Japan gibt es Square Dance.
Du tanzt sicher Plus und suchst eine neue Herausforderung? Im Januar 2011 startet eine A1-Class in Essen! Am 11.01.2011 geht es los.
Für Caller: Das Remote direkt an den Computer anschließen? Ja, das geht (weiterlesen…)!